Hersfelder Kreisbahn

In Erinnerung an die Bahnstrecke zwischen den Flüssen " FULDA " und " WERRA "

1 "Hersfeld" - 2 "Landeck"

Die T 9.3 der Preußischen Staatseisenbahnen waren Tenderlokomotiven, die sowohl im Personenzug- wie auch im Güterzugverkehr verwendet wurden. Es wurden für die Preußischen Staatseisenbahnen insgesamt 2060 Lokomotiven (einschließlich der Lokomotiven der 1903 verstaatlichten Ostpreußischen Südbahn) dieses Typs gebaut. 1901 rollte die erste Maschine diesen Typs aus der Königsberger Union-Gießerei. Es wurde eine der meistgebauten Lokomotiven Deutschlands. Die  Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen hat weitere 10 Exemplare als T 9 angeschafft. Die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen hatten insgesamt 132 T 9.3 beschafft. Auch verschiedene Privatbahnen haben T 9.3 erhalten.

Die Mecklenburgischen Staatseisenbahnen erhielten 1920 drei Lokomotiven dieser Gattung zugewiesen, um einem akuten Fahrzeugmangel abzuhelfen. Die Lokomotiven Essen 7378, 7062 und 7073 erhielten die Bahnnummern 780 bis 782.

Die Lokomotiven der Gattung wurden 1925 von der Deutschen Reichsbahn als Baureihe 913–18 und 9120 in ihren Umzeichnungsplan eingeordnet.

Die T 9.3 ist eine Weiterentwicklung der preußischen T 9.2, von der sie sich am markantesten durch das anstelle der Adamsachse verwendete Krauss-Helmholtz-Gestell unterschied. Damit konnte die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h, später sogar 65 km/h erhöht werden. Die Reichsbahn übernahm insgesamt 1503 Maschinen aus Preußen als 91 303–1805, darunter zehn T 9.3, die ursprünglich von der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen stammten; 31 aus dem Saarland als 91 1806–1836 und 10 Württembergische T 9 als 91 2001–2010. Im Zweiten Weltkrieg kamen weitere Lokomotiven als 91 1837–1844 aus Belgien hinzu.

Am 1. April 1949 übernahm die Deutsche Reichsbahn von Privatbahnen noch weitere T 9.3 mit den Nummern 91 6501, 6576, 6577, 6581 und 6582, die teilweise auf Heißdampf umgebaut worden waren.

Die Ausmusterung begann nach 1945 und war bei der Deutschen Bundesbahn 1964 und bei der Deutschen Reichsbahn 1971 beendet.

Sechs T 9.3 verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich. Zwei wurden 1948 der SZD übergeben (91 1700 und 1822), zwei schieden ziemlich bald aus (91 1421 1951 und 91 1314 1952). Die verbliebenen zwei Maschinen 91 1207 und 91 1347 bildeten unter Beibehaltung der Ordnungsnummern die ÖBB Reihe 691. Beide im Raum St. Pölten eingesetzte Vertreterinnen der Reihe 691 wurden 1957 ausgemustert.

In Deutschland erwarb 1931 und 1934 die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn insgesamt 4 Lokomotiven der Reihe T 9.3. Eine Lok (Union Fabriknummer 1450, Baujahr 1906) blieb in Ihrer Ursprungsform erhalten und wurde als HBE 45 bei verschiedenen Rangierbahnhöfen der Gesellschaft als Rangierlok eingesetzt. Die Lok wurde von der Deutschen Reichsbahn übernommen und blieb bis 1964 als 91 6501 in Betrieb. Die anderen Lokomotiven wurden als HBE 41, 42 und 44 bezeichnet und erfuhren Umbauten. Auch die Niederbarnimer Eisenbahn (NbE) erwarb von der Deutschen Reichsbahn zwei Lokomotiven, die nach dem Umzeichnungsplan die Betriebsnummern 91 595 (Fabriknummer Jung 673/1904) und 91 352 (Fabriknummer Hohenzollern 1523/1902) erhielten. Die Lokomotiven erhielten die Bezeichnung NbE 05–06.

Erhalten blieben die 91 319 in Münster, die 91 896II in Dresden und die 91 936 im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Die Museums-Eisenbahn Minden baut eine T 9.3 wieder auf.

Die 91 406 wurde 2015 vom Bayerischen Eisenbahnmuseum aus Finnland nach Nördlingen geholt, dort wird sie zur Museumslok aufgearbeitet. Die 91 1770 befindet sich im Eisenbahnmuseum St. Petersburg.

Lokomotivdaten:

Nummerierung: DR 91 303–1836

DR 91 2001–2010

Anzahl: 2060

Baujahr(e): 1900ff.

Ausmusterung: 1971

Bauart: 1'C n2t

Spurweite: 1435 mm  (Normalspur)

Länge über Puffer: 10.700 mm

Dienstmasse: 46,1 t

Reibungsmasse: 36,1 t

Radsatzfahrmasse: 15,6 t

Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h

Indizierte Leistung: 346 kW / 470 PSi

Treibraddurchmesser: 1350 mm

Laufraddurchmesser vorn: 1000 mm

Zylinderdurchmesser: 450 mm

Kolbenhub: 630 mm

Kesselüberdruck: 12 bar

Rostfläche: 1,50 m²

Verdampfungsheizfläche: 103,66 m²

Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Hersfelder_Kreisbahn

Markus Schmitt, Michael Knauf: Die Hersfelder Kreisbahn, EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-445-2